Bürgerinformationssystem der Stadt Langenhagen

Vorlage - ID/2018/466  

 
 
Betreff: Demographische Entwicklung der Stadt Langenhagen
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsdrucksache
Federführend:61 - Stadtplanung und Geoinformation Bearbeiter/-in: Bröker, Jan
Beratungsfolge:
Ortsrat Engelbostel Kenntnisnahme
04.12.2018 
8. Sitzung des Ortsrates Engelbostel wird zur Kenntnis genommen und gilt als behandelt.   
Ortsrat Kaltenweide Kenntnisnahme
04.12.2018 
Sitzung des Ortrsrates Kaltenweide wird zur Kenntnis genommen und gilt als behandelt.   
Ortsrat Krähenwinkel Kenntnisnahme
13.12.2018 
Sitzung des Ortsrates Krähenwinkel wird zur Kenntnis genommen und gilt als behandelt.   
Ortsrat Godshorn Kenntnisnahme
11.12.2018 
9. Sitzung des Ortsrates Godshorn wird zur Kenntnis genommen und gilt als behandelt.   
Ortsrat Schulenburg Kenntnisnahme
19.12.2018 
9. Sitzung des Ortsrates Schulenburg wird zur Kenntnis genommen und gilt als behandelt.   
Stadtplanungs-, Bau- und Umweltausschuss der Stadt Langenhagen Kenntnisnahme
10.01.2019 
Sitzung des Stadtplanungs-, Bau- und Umweltausschusses der Stadt Langenhagen wird zur Kenntnis genommen und gilt als behandelt.   
Verwaltungsausschuss der Stadt Langenhagen Kenntnisnahme
14.01.2019    Sitzung des Verwaltungsausschusses der Stadt Langenhagen      
Rat der Stadt Langenhagen Kenntnisnahme
14.01.2019 
Sitzung des Rates der Stadt Langenhagen      

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
2018-466_anlage_01_einwohner_seit_1973  
2018-466_anlage_02_ortsteile+bezirke  
2018-466_anlage_03_bevoelkerungsprognosen_gesamtstadt  
2018-466_anlage_04_bis_06_altersstruktur+nat_entwickl+wanderungssalden  
2018-466_anlage_07+08_kita+krippe+schule  
2018-466_anlage_09+10_senioren+ortsteile  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

 

Bisherige Entwicklung

Seit dem Ende der 80er Jahre hat die Bevölkerung der Stadt Langenhagen nahezu stetig zugenommen (siehe Anlage 1). Allein in den letzten 10 Jahren ergab sich ein Anstieg um 4150 Einwohner. Dies entspricht einer Steigerung um 8,1 %. Die Stadt Langenhagen ist damit in der Region Hannover die prozentual am stärksten wachsende Kommune.

 

Prognose der Gesamtstadt

Seit dem Jahr 2008 erstellt die Verwaltung eigene, umfangreiche Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung der Stadt Langenhagen. Bis zum heutigen Tag hat sich dabei die Methodik nicht zuletzt aufgrund ergänzender Grunddaten weiterentwickelt und die Anzahl der Ergebnisse vergrößert.

Als Grundlage der stadteigenen Prognosen dienen seit drei Jahren selbst entwickelte Excel-Tabellen, da das zuvor genutzte „Bevölkerungsmodell der Hildesheimer Planungsgruppe“ um Prof. Kolb nicht mehr die aktuellen Anforderungen erfüllt. Unter anderem können mehrere Wanderungsbewegungen nicht dargestellt werden und jährliche Änderungen der Wanderungssalden sind nicht immer möglich.

Im Wesentlichen sind für das Bevölkerungsmodell vier Eingangsgrößen notwendig. Wichtigster Baustein sind die Einwohnerdaten (hier Stand 31.12.2017). Diese werden in Ihrer Anzahl differenziert nach Geschlecht und Alter unter Einsatz des Geoinformationssystems den Ortsteilen zugeordnet. Die in Anlage 2 dargestellten Ortsteile sind die kleinsten Einheiten des Modells.

Sie stimmen oft mit den politischen Strukturen überein, wurden aber letztendlich in Abstimmung mit den zuständigen Abteilungen so gebildet, das sich jeder Schuleinzugsbereich und jedes Kita-Plangebiet als Summe ganzer Ortsteile bzw. Prognosebezirke ergibt.

Zwei weitere Eingangswerte sind die pro Altersjahrgang ermittelten Geburten- und Sterbeziffern. Erst genannte zeigen die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Frau eines bestimmten Alters innerhalb des nächsten Jahres ein Kind bekommt. Die Sterbeziffer ist ein Maß für den Anteil der Todesfälle eines bestimmten Altersjahrgangs innerhalb eines Jahres. Um Ausreißer in den Sterbeziffern bei hohem Lebensalter zu vermeiden, wurden die Zahlen für ganz Niedersachsen verwendet.

Letzte und wichtige Eingangsgröße sind die Wanderungsbewegungen. Gerade bei der selbst in Langenhagen negativen Entwicklung der vorhandenen Bevölkerung entscheiden die Wanderungen über die Zu- bzw. Abnahme der Bevölkerung. In der aktuellen Prognose wurden die Inlandszuwanderung und die Zuwanderung durch Migration berücksichtigt. Beide unterscheiden sich deutlich in Anzahl, Altersstruktur und Geschlecht.

Der Prognosezeitraum geht trotz sinkender Zuverlässigkeit bei mehr als zehnjähriger Vorausschau bis 2032, um auch Aussagen zur Zweckmäßigkeit eher langfristig orientierter Infrastrukturmaßnahmen zu ermöglichen.

Die Anlage 3 zeigt die zu erwartende Entwicklung der Gesamtbevölkerung. Die durchgezogene Linie stellt in schwarz die bisherige und in rosa die prognostizierte Entwicklung der Einwohner nach der stadteigenen Prognose dar.

Zu Vergleichszwecken wurden zwei weitere Prognosen der Bertelsmann Stiftung und der NBank mit aufgenommen. Die letzte öffentliche Prognose der Region Hannover für die Stadt Langenhagen stammt aus dem Jahre 2014. Aufgrund der seitdem deutlich geänderten gesellschaftlichen Situation kann diese nicht mehr berücksichtigt werden.

Ergänzt wird das Ganze durch das beste und schlechteste Szenario. Diese beiden Linien bilden einen Prognosetrichter und geben ein Gefühl für die Unsicherheit der Prognose. Zusätzlich zeigt die gestrichelte Linie die zu erwartende Bevölkerungsentwicklung ohne weitere Zuwanderung (natürliche Bevölkerungsentwicklung).

Nach der stadteigenen Bevölkerungsprognose ergibt sich bis 2030 ein  Bevölkerungsanstieg um ca. 6,3 % auf etwa 58800 Einwohner. Auch die anderen Prognosen zeigen eine Zunahme der Bevölkerung. Allerdings sind die offiziell verfügbaren Prognosen der anderen Anbieter älter und berücksichtigen die Flüchtlingszuwanderung nicht in den aktuellen Ausmaßen.

Darüber hinaus ist in den letzten Jahren ein Anstieg der Geburten in Langenhagen zu verzeichnen. Gründe dafür sind unter anderem der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz, ein Zuwachs der Frauen selbst in den letzten Jahren und auch ein verändertes Geburtenverhalten aufgrund der wirtschaftlich stabilen Lage bzw. anderer kultureller Ansichten. Dies hat zu Folge, dass wir in Langenhagen mittlerweile mit 1,7 Geburten je Frau planen und rechnen.

Die Zusammensetzung der Bevölkerung wird sich eher wenig ändern. Das Durchschnittsalter beträgt heute knapp 44 Jahre und wird nach der stadteigenen Prognose bis 2032 nur um ein Jahr sinken. Anlage 4 zeigt die Entwicklung einzelner Altersgruppen. Der Anteil der Seniorinnen und Senioren wächst trotz der Zuwanderung absolut am stärksten, da sich die Alterung der bereits vorhandenen Bevölkerung fortsetzt. Auch bei den Kinder und Jugendlichen ist eine deutliche Zunahme ersichtlich. Dies macht zeitnahe Anpassungen der Infrastruktur notwendig.

Die Entwicklung der vorhandenen Bevölkerung (ohne Zuzug) ist seit vielen Jahren rückläufig. Wie die Anlage 5 zeigt, wird auch in Zukunft davon ausgegangen, dass die Anzahl der Geburten unter der Anzahl der Verstorbenen liegt. Der Saldo der natürlichen Bevölkerungsentwicklung ist also negativ.

Die bei vielen Kommunen feststellbare (Über-)Alterung der Bevölkerung wird in Langenhagen durch die Zuwanderung junger Familien ausgeglichen. Die überwiegend positiven Wanderungssalden sind in Anlage 6 dargestellt. Die Zuwanderung vor allem junger Menschen senkt den Altersdurchschnitt unmittelbar. Nach dem Zuzug werden noch weitere Kinder geboren. Dies führt zum einem doppelten Plus in der Bevölkerungsentwicklung.

Nach derzeitigem Stand und wie in Anlage 7 ersichtlich wird sich die Anzahl der Kinder im Krippenalter noch etwas erhöhen. Deutlicher fällt die Steigerung im Bereich der Kindergärten aus. Allein die Anzahl der Kinder in diesem Altersbereich steigt um ca. 20%. Ein weiterer Mehrbedarf könnte sich dadurch ergeben, dass immer mehr Eltern ihre Kinder immer früher in Betreuung geben.

Die Grundschulen und noch stärker die weiterführenden Schulen müssen sich auf deutlich anwachsende Schülerzahlen einstellen, da diese Einrichtungen im Gegensatz zu den vorschulischen von einem weitaus größeren Anteil der zugezogenen Kinder durchlaufen werden (siehe Anlage 8).

 

Tabelle 1: Schülerzahlen

 

Wie auch Tabelle 1 zeigt, wird im Bereich der Grundschüler derzeit von einem Zuwachs von 450 Schülerinnen und Schüler bzw. 22 % zwischen den Schuljahren 2018/2019 und 2025/2026 ausgegangen.

Im Bereich der Sekundarstufe wurde zuerst die Anzahl der Einwohner im Alter von weiterführenden Schulen ermittelt (rot-braune Kurve in Anlage 8). Die tatsächliche Schülerzahl fällt dann geringer aus, da alle Nichtabiturienten die jeweilige Schule eher verlassen. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre wurden Übergangsquoten ermittelt, die zeigen, welcher Anteil der zum Beispiel 18-Jährigen sich noch in der Schule befindet und welcher Teil diese bereits verlassen hat. Als Ergebnis ergibt sich dann die grüne Kurve in der Anlage 8, die die Anzahl der Schülerinnen und Schüler prognostiziert, die sich wahrscheinlich an weiterführenden Schulen aufhalten werden. Gegenüber dem heutigen Schuljahr 2018/2019 ergibt sich bis 2028/2029 eine Steigerung um über 680 Schülerinnen und Schüler. Dies entspricht einem Plus von 17%.

Die in der Prognose 2018 ermittelten Schülerzahlen liegen noch einmal über den Prognosen der letzten Jahre. Hier musste auf die steigenden Geburtenzahlen reagiert werden. Es hat sich gezeigt, dass sich doch gewisse gesellschaftliche Rahmenbedingungen alle drei bis vier Jahre ändern. Diese sind dann entsprechend in den Annahmen der Prognosen zu berücksichtigen.

Die Anlage 9 stellt die Anteile der Einwohner ab 60 Jahren in sechs Altersgruppen dar und zeigt, wie deren Entwicklung sich aufgrund der aktuellen, stadteigenen Prognose gestalten würde. Bis 2032 steigt die Anzahl der Seniorinnen und Senioren insgesamt um ca. 1900 Personen bzw. 12,7 %. Besonders auffällig sind die Zunahmen im Bereich der 65- bis 74-Jährigen.

 

Prognose für die Ortsteile

Anlage 10 zeigt die absolute Einwohnerentwicklung der einzelnen Ortsteile. Hierbei ergibt sich eine Dreiteilung. In Krähenwinkel, der Neue Bult und Langenforth-Ost könnte es sogar entgegen dem gesamtstädtischen Trend zu einem leichten Rückgang der Einwohnerzahlen kommen. Engelbostel, Godshorn und Kaltenweide werden wohl deutlich wachsen. Dies liegt an den dortigen Baulandreserven bzw. bei Kaltenweide auch an der überdurchschnittlich jungen Bevölkerung. Für alle übrigen Ortsteile bzw. Prognosebezirke wird ein moderates Wachstum erwartet. Als Hinweis sei hier angemerkt, dass aufgrund geringerer Einwohnerzahlen die Prognosen für die Ortsteile unsicherer sind als die für die Gesamtstadt.

Aufgrund ihrer Attraktivität als Wirtschaftsstandort und der sehr guten verkehrlichen Anbindung kann die Stadt Langenhagen noch für längere Zeit mit wachsenden Einwohnerzahlen rechnen, wenn es gelingt, die entsprechenden Wohneinheiten zu generieren. Landschaftsschutzgebiete, der Siedlungsbeschränkungsbereich und viele weitere Restriktionen setzen der weiteren Einwohnerentwicklung zunehmend Grenzen.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlage/n:

Abbildung 1:   Einwohnerentwicklung seit 1973

Abbildung 2:   Ortsteile des Bevölkerungsmodells

Abbildung 3:   Bevölkerungsprognosen für die Gesamtstadt Langenhagen

Abbildung 4:   Altersstruktur

Abbildung 5:   Natürliche Bevölkerungsentwicklung

Abbildung 6:   Wanderungssalden

Abbildung 7:   Entwicklung im Kita- und Krippenbereich

Abbildung 8:   Entwicklung im Schulbereich

Abbildung 9:   Altersgruppen der Seniorinnen und Senioren

Abbildung 10: Einwohnerentwicklung der Ortsteile

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 2018-466_anlage_01_einwohner_seit_1973 (65 KB)      
Anlage 2 2 2018-466_anlage_02_ortsteile+bezirke (1810 KB)      
Anlage 3 3 2018-466_anlage_03_bevoelkerungsprognosen_gesamtstadt (56 KB)      
Anlage 4 4 2018-466_anlage_04_bis_06_altersstruktur+nat_entwickl+wanderungssalden (347 KB)      
Anlage 5 5 2018-466_anlage_07+08_kita+krippe+schule (275 KB)      
Anlage 6 6 2018-466_anlage_09+10_senioren+ortsteile (317 KB)