Bürgerinformationssystem der Stadt Langenhagen

Vorlage - BD/2019/180-1  

 
 
Betreff: Antwort auf die Anfrage der BBL zur Umsetzung des Medienentwicklungsplans an den Langenhagener Schulen
Status:öffentlichVorlage-Art:Ratsanfrage
Ansprechpartner:Ratsfraktion BBLBezüglich:
BD/2019/180
Federführend:01 - Referat des Bürgermeisters Bearbeiter/-in: Porada, Jessica
Beratungsfolge:
ohne Beratungsfolge Ratsanfrage

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

Dr. Jens Mommsen

BBL-Fraktion

am 13.05.2019

 

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir bitten um Beantwortung nachfolgender Anfrage zum Beginn der Ratssitzung am 27.5.2019.

 

Informatik für alle:

Anfrage der BBL zur Umsetzung des Medienentwicklungsplans an den Langenhagener Schulen

 

Ich freue mich, dass jetzt auch die BBL erkannt hat, dass die Stadt Langenhagen einen Medienentwicklungplan hat. Hat doch der Fraktionsvorsitzende der BBL, Herr Mommsen, vor wenigen Tagen noch auf facebook gepostet:

„Burgwedel setzt den kompletten Medienentwicklungsplan bis Ende 2020 um. Nutzt Zuschüsse vom Bund. Langenhagen hat nichteinmal einen Plan.... Es ist zum verzweifeln.“

 

Am 24.9.2015 wurde im Bildungsausschuss von der Fa. ifib consult GmbH ein Konzept für einen Medienentwicklungsplan vorgesellt.

 

Und wir haben nicht nur einen Plan, wir haben auch viele Punkte bereits umgesetzt, über die Burgwedel noch nicht einmal beschlossen hat (wie Einführung von iServ oder Ausstattung der Klassenräume mit digitalen/interaktiven Whiteboards).

Und natürlich nutzen auch wir Zuschüssen vom Bund, denn unabhängig eines bestimmten Ausstattungsstands gibt es einen Sockelbetrag von 30.000 € pro Schule. Es soll auch noch weitere Mittel geben, dafür sind aber die Kriterien noch nicht festegelegt.

 

Frage:

 

  1. Wurden seitens der Politik oder der Verwaltung Änderungen am Konzept vorgenommen?

Ja, natürlich, denn die Rahmenbedingungen und Anforderungen ändern sich über die Laufzeit.

 

  1. Wann und mit welcher Drucksache wurde das Konzept vom Rat beschlossen und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt?

Erstmals mit dem Haushalt 2016, anschließend mit jedem weiteren Haushaltplan.

Der Medienentwicklungsplan wird unter der Investitionsmaßnahme 4001 im HH-Plan geführt.

 

  1. Das Konzept geht 2015 von notwendigen investiven Mitteln für die Umsetzung von über 4 Mio. aus. Welche Mittel haben Sie als Bürgermeister für die Haushaltsjahre 2016-2019 für die Umsetzung des Medienentwicklungsplans insgesamt beantragt?

Laut Investitionsmaßnahme 4001 im HH-Plan 2019 insgesamt 4.262.226 Euro

 

  1. Hat der Rat die beantragten Mittel vollständig genehmigt?

Ja, Sie haben jedes Jahr über die veranschlagten Mittel beschlossen.

 

 

Aus dem Protokoll der Sitzung vom 24.9.2015:

Herr Alfert (Leiter IT Abt. 10) führt aus, dass längerfristig insgesamt sechs Stellen für die EDV-Betreuung der Schulen und der Stadtbibliothek erforderlich seien. Ihm schweben dabei kleine Teams mit je zwei Mitarbeiter(inne)n vor, die jeweils bestimmten Schulen bzw. der Stadtbibliothek zugeordnet werden, was den Vorteil habe, dass es bei Ausfällen einzelner Mitarbeiter(inne)n keine Probleme mit der Vertretung gebe.

Die anwesenden Schulleiter/innen bzw. Vertreter/innen der Schulen nehmen auf Bitten des Aus­schusses Stellung zum Medienentwicklungsplan. Es wird ausgeführt, dass das Konzept sehr positiv aufgenommen wird; allerdings werde bezogen auf das Schulzentrum angezweifelt, dass ein zentral organisiertes Supportsystem zeitnah funktionieren könne. Gewünscht werde, dass zwei Vollzeit-IT-Mitarbeiter/innen direkt im Schulzentrum stationiert werden, damit im Support- Bedarfsfall unverzüglich reagiert werden kann.

Protokoll Ende

 

Frage:

  1. Wurde das personelle Konzept von Herrn Alfert, welches auch die Experten empfehlen, so umgesetzt?

Ja  

 

  1. Wie wurde den o.g. Bedenken der Vertreter des Schulzentrums Rechnung getragen?

Es wurden zwei Mitarbeiter im Schulzentrum platziert. Die Schulserver wurden dezentral geplant und werden durch Fernwartung zentral betreut.

 

3.     Wie viele IT-Mitarbeiter*innen stehen aktuell kontinuierlich für die Betreuung der Schulen zur Verfügung?

 Der Schul-IT sind vier Vollzeitstellen zugeordnet.

 

4. Halten Sie die aktuelle personelle Ausstattung der Schulen mit IT-Support für auskömmlich?

 Nein, daher sieht der MEP auch einen weiteren Ausbau bis zum Ende des Planungszeitraumes auf 6 Mitarbeiter vor.

 

 

Laut Protokoll vom 23.8.2016 wollten Sie entgegen dem Plan in einem Pilotprojekt zunächst die zentrale Administration in allen Schulen umsetzen.

 

Das ist falsch, die Verwaltung wollte den MEP so umsetzen, wie er vorgestellt wurde. Allerdings wurde im politischen Haushaltsbegleitbeschluss 2015/317 beschlossen, dass:

in Anbetracht der großen Herausforderungen bei der Sanierung der Langenhagener Schulen, der Zeitplan zum Medienentwicklungsplan gestreckt wird und im Jahr 2016 die Verwaltung mit einem Pilotprojekt beginnen soll. Die Mittel im Haushalt 2016 wurden politisch mit einem Sperrvermerk versehen und auf 300.000 Euro reduziert.

Der Sperrvermerk wurde am 29.08.2016 im Rahmen des Beschlusses über das Pilotprojekt aufgehoben.

 

Das Pilotprojekt sollte auch nicht (wie von Ihnen hier beschrieben) die zentrale Administration in allen Schulen umsetzen, sondern es sollte:

ein ausfallsicheres Terminalserver Rechenzentrum aufgebaut werden. In diesem Rechenzentrum sollte jede Schule Ihre eigene virtuelle Umgebung bekommen und  getrennt von den anderen Schulen arbeiten können. Das Rechenzentrum sollte durch ein professionelles Backup gegen Datenverlust geschützt werden. Der Zugang zu dem Rechenzentrum sollte über Citrix erfolgen. Zusätzlich dazu sollte ein einheitlicher Virenscanner für alle Schulen beschafft werden, der auf alle EDV Systeme verteilt wird. Um eine lückenlose Lizensierung an allen Schulen zu gewährleisten, sollten alle Schulen in den Mircosoft FWU Vertrag überstellt werden.“

 

Frage:

  1. Ist die zentrale Administration aller Rechnersysteme in den Schulen abgeschlossen?

Ja, allerdings wurde auf Wunsch der Schulen in jeder Schule ein neuer Server geplant; in den wieterführenden Schulen mit eigenem Mailserver.

  1. Welche Punkte des Medienentwicklungsplans sind noch nicht abgearbeitet?

Die Zielstellung im MEP umfasst neun wesentliche Punkte. Davon sind die Punkte „Benutzerverwaltung“ und „Serverlösung“ abgearbeitet. Die Punkte „Steuerung über Medien-/Bibliothekskonzept“, „Endgeräte“, „Peripherie“, „Software-Basispaket“, „Funkvernetzung und Breitband“, „Support“ und „Koordnination“ entsprechen dem Entwicklungsstand zur Halbzeit des Medienentwicklungsplans, der auf Basis des Beschlusses 2015/317 bis 2022 läuft. 

 

Laut der Empfehlungen der Experten (Seite 24) soll ein Vollausbau der LAN- und WLAN-Infrastruktur das Ziel an jedem Schulstandort sein. In jedem Fall sollte der Ausbau durch externe Experten begleitet werden.

Frage:

  1. Wurde der Medienentwicklungsplan, wie geplant, kontinuierlich fortgeschrieben und durch Experten begleitet oder basiert er immer noch auf den Ergebnissen von 2016?

Der MEP wurde orientiert an der laufenden Entwicklung angepasst umgesetzt.

Der Ausbau der LAN- und WLAN-Infratsruktur wurde durch externe Experten begleitet.

 

  1. An welchen Schulen besteht heute für Unterrichtszwecke eine flächendeckende Versorgung mit LAN und WLAN.

 

3.     Wie viel Prozent aller Schulen sind zu Unterrichtszwecken bisher mit LAN/WLAN versorgt?

2+3: Der Ausbau der LAN und WLAN Infrastruktur orientiert sich an der Priorisierung durch die Schulen, an der Infrastruktur, die für die inzwischen rund 100 installierten iBoards benötigt wurde, an der möglichen Bandbreite der Internet-Versorgung und den aktuellen Baumaßnahmen an fast allen Schulen.

Der Ausbaustand im LAN beträgt aktuell 81% für WLAN liegt er bei 35%.

 

Laut der Empfehlungen der Experten (Seite 45) soll grundsätzlich in der ersten Phase (bis Mitte 2018) in den weiterführenden Schulen der Gast-Zugang in das Internet und auf webbasierte Inhalte mit privaten Endgeräten ermöglicht werden.

Frage:

Wurde diese Empfehlung umgesetzt?

Nein, da die zur Verfügung stehende Bandbreite für interne, schulische Nutzung benötigt wird. Diese hat Vorrang vor der Gast-Nutzung. Im Rahmen des Gigabit Ausbaus der Internetzugänge und des weiteren Ausbaus der WLAN Infrastruktur werden jedoch auch die Gast-Zugänge ausgebaut.

 

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel forderte auf einer Digitalkonferenz in Berlin vor drei Jahren, Programmieren müsse zur Basisfähigkeit junger Menschen werden. Wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Vor wenigen Wochen dann rief Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung im Kanzleramt, in einem Interview mit dem Handelsblatt dazu auf, das Fach "Digitalkunde" ab der Grundschule als Pflichtfach einzuführen. Es müsse ihrer Ansicht nach unter anderem digitales Denken, Programmieren, Datenanalyse, Robotik und digitale Ethik behandeln.

 

Frage:

  1. Wann steht an allen Langenhagener Schulen die notwendige technische Infrastruktur bereit, um den Schülerinnen und Schülern digitales Denken, Programmieren, Datenanalyse, Robotik und digitale Ethik lehren zu können?

Diese Infrastruktur besteht bereits aktuell.

 

  1. Welche Beschlüsse werden Sie vom Rat der Stadt einfordern, bzw. was kann der Rat der Stadt noch tun, um die digitale Schule laut Digitalkonferenz schnellstmöglich umzusetzen?

Für die digitale Schuele laut „Digitalkonferenz“ keine ... denn:

Die Konfenerenz, die Sie hier zitieren – die bereits vor drei Jahren stattfand - beschäftigte sich mit den inhaltlichen Voraussetzungen also wann und wie Digitalisierung Bestandteil des Unterrichts wird, bzw. werden sollte.

Die „Zeit-online“ titelte am 9.Mai dieses Jahres dazu „Schülerinnen und Schüler sollen digital denken lernen. Aber Informatik gibt es oft nur als Wahlpflichtfach. Bislang fehlen die Fachlehrer und die Zeit.“ Als positives Beispiel wurde hier das Land Mecklenburg –Vorpommern genannt, dort soll ab dem Schuljahr 2019/20 das Fach "Informatik und Medienbildung" verbindlich an allen Schulen von Klasse 5 bis 10 unterrichtet werden.

 

Die Landesinitiative n-21 für Schulen in Niedersachsen hat darauf hingewiesen, dass es notwendig ist, die Medienkompetenz in den Schulen zu entwicklen. Die Digitalisierung erfordert eine Veränderung der vorhandenen pädagogischen Konzepte.

 

Die Medienkompetenz besteht demnach aus drei Bereichen:

  1. Der strukturellen Verankerung (Lehr- und Bildungspläne, Strategien und Projekte)
  2. Medienbildung der Lehrkräfte (Studium, Referendariat, Fortbildung)
  3. Infrastruktur (Hard- und Software, digitale Lernmittel, Administration&Support)

 

Die Punkte 1 und 2 muss das Land Niedersachsen adressieren, für Punkt 3 ist wesentlich (wenn auch nicht abschließend) die Kommune zuständig.


Rechtliche Grundlage


 


Anlage/n: