Bürgerinformationssystem der Stadt Langenhagen

Vorlage - BD/2019/159-2  

 
 
Betreff: Ausbau der Straße "Stadtweg"
Status:öffentlichVorlage-Art:Informationsdrucksache
  Bezüglich:
BD/2019/159
Federführend:66 - Verkehr und Straßen Bearbeiter/-in: Hafarian, Ahmad
Beratungsfolge:
Verwaltungsausschuss der Stadt Langenhagen Kenntnisnahme
17.06.2019    Sitzung des Verwaltungsausschusses der Stadt Langenhagen      
Rat der Stadt Langenhagen Kenntnisnahme
24.06.2019 
Sitzung des Rates der Stadt Langenhagen wird zur Kenntnis genommen und gilt als behandelt.   

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:


 

Im Verkehrs- und Feuerschutzausschuss wurde die Bitte geäußert, dass die Argumente, die aus Sicht der Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe für die Variante 3 sprechen noch einmal in einer Informationsdrucksache aufgeführt werden. Zusätzlich sollen noch Stellungnahmen zum Thema Entwässerung und die Möglichkeit der Errichtung einer Einbahnstraße beigefügt werden.

 

1. Stellungnahme Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe

Aufgrund der Verbreiterung des Straßenquerschnitts sind die Baumreihen beidseitig des Stadtwegs potentiell gefährdet. Daher wurden drei Gestaltungsvarianten entwickelt, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Bäume haben.

Sollte es zu der Straßenerweiterung kommen, spricht sich Abteilung 67 klar für die dritte Variante aus. Hier wird die Straße in nördlicher Richtung erweitert. Dies ermöglicht den Erhalt der südlichen Baumreihe aus 32 Stieleichen, 9 Ahornbäumen und 9 Hainbuchen. Die Reihe aus 53 Rotdornbäumen am nördlichen Straßenrand muss jedoch gefällt werden.

Zur Begründung:

Die Eichen sind ca. 50 Jahre alt und haben inzwischen eine Höhe von 10 bis 18 m und einen Kronendurchmesser von bis zu 10m erreicht.

Im Vorfeld der Planungen wurden sämtliche Straßenbäume untersucht. Sie weisen eine gute bis sehr gute Vitalität auf. Schäden, wie z.B. Morschungen, Risse, oder Pilzfruchtkörper sind nicht erkennbar.

Sie sind somit alle erhaltenswert.

Die Eichen können an diesem Standort ca. 150 Jahre alt werden. Aufgrund dieser hohen Lebens-erwartung, der Größe und der dichten Belaubung besitzen sie hinsichtlich des Mikroklimas für den Stadtweg eine hohe Bedeutung (Beschattung, Kühlung, Luftfeuchtigkeit, Staubfilter und Windschutz).

Auch als Lebensraum für wildlebende Tiere sind diese Gehölze äußerst wertvoll, da sie Lebensraum und Unterschlupf für viele Vogel-, Käfer-, Schmetterlings- und Insektenarten bieten.

Auf keiner anderen heimischen Baumart leben mehr Insektenarten als auf den Eichen.

Die Reihe aus Rotdornbäumen am nördlichen Straßenrand besitzt vor allem wegen ihrer schönen Blüte von Mai bis Juni eine hohe Bedeutung als ortsbildprägendes Element.

Bei der Untersuchung der Bäume wurde jedoch festgestellt, dass 48 der 53 Bäume bereits Morschungen am Stammkopf bzw. Stamm aufweisen. Die Reststandzeit einiger dieser Bäume liegt somit unter 10 Jahren.

Negativ auf die Lebensdauer wirkt sich zudem der, in unterschiedlichen zeitlichen Abständen, durchgeführte Kronenschnitt aus. Dieser ist notwendig, da der Rotdorn aufgrund seiner Wuchsform

(4 bis 6m hoch und 3 bis 6m breit) sonst in den Straßenraum reichen würde.

Dies ist auch der Grund, warum die Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe als Ersatzpflanzung für den Rotdorn die Schneefelsenbirne (Amelanchier arborea ‚Robin Hill') vorsieht. Diese Baumart wird bis zu 10m hoch, bleibt aber mit einer Breite von 2 - 5m relativ schmal. So kann das erforderliche Lichtraumprofil trotz des geplanten schmalen Grünstreifens freigehalten werden.

Die Schneefelsenbirne besticht zudem durch ihre zahlreichen weißen Blüten im Frühjahr und die kräftige Blätterfärbung im Herbst.

Sie ist durch die Blüten und die ab Juni vorhandenen Beeren ein wichtiges Insekten- und Vogelnährgehölz, außerordentlich frosthart, windfest und stadtklimafest.

Bei der weiterführenden Planung werden unter Berücksichtigung der notwendigen Versickerungs-flächen möglichst viele Bäume an geeigneten Standorten gepflanzt. So soll der durch den Straßenausbau verlorengegangene Alleecharakter soweit wie möglich wiederhergestellt werden.

 

Zu Variante 2

Bei dieser Variante würden beide Baumreihen im Zuge der Straßenerweiterung stark geschädigt, bzw. beeinträchtigt werden. Wurzelverluste und die Reduzierung des durchwurzelbaren Raumes sowie das Zurückschneiden der Baumkronen hinsichtlich der Herstellung des Lichtraumprofiles würden zu Totalausfällen bzw. zur drastischen Reduzierung der Reststandzeiten der Bäume führen.

 

2. Stellungnahme Abteilung Verkehr und Straßen

Entwässerung: Die vorhandene Straße verfügt über keine Entwässerungseinrichtungen. Das Verlegen von Regenwasserleitungen ist nicht möglich, da keine Vorflut in den benachbarten Straßen vorliegt. Aus diesem Grund ist der Bau einer Versickerungsanlage notwendig.

 

Errichtung einer Einbahnstraße: Nach Rücksprache mit der Feuerwehr ist die Einrichtung einer Einbahnstraße nicht möglich, da die Feuerwehrkameraden sowohl auf schnellstem Weg zur Feuerwehr als auch auf schnellstem Weg zum Brandherd gelangen müssen. Hier wären Umwege fatal und würden wichtige Zeit in Anspruch nehmen. Abgesehen davon müssten auch bei der Anlage einer Einbahnstraße Entwässerungseinrichtungen geschaffen werden (s.o.), weshalb schon eine Reihe Bäume größtenteils entfallen würde.


Nach Beschlussfassung durch VA/RAT wird mit der Ausführung beauftragt:

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlage/n: